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Alle Blutwerte des kleinen und großes Blutbildes

Blutbild

Bei einem Blutbild werden die zellulären Bestandteiles des Blutes untersucht. Blut besteht aus rund 45-50% aus Blutzellen - der Rest ist sog. Blutplasma. Im Blutplasma schwimmen zahlreiche weitere Stoffe und Substanzen, die jedoch nicht mit einem Blutbild gemessen werden, zum Beispiel Blutzucker, Cholesterin und Blutfette, Proteine oder Leberwerte.

Der Name Blutbild stammt noch aus einer Zeit, als man Blut mit Hilfe eines Lichtmikroskops untersuchte. Mit diesem kann man zwar sehr kleine Strukturen wie einzelne Zellen erkennen - allerdings nicht die sehr viel kleineren Substanzen wie Zucker, Fette oder Proteine. Da mit dem Mikroskop nur die Blutzellen zu erkennen sind, spricht man bei der Untersuchung der Blutzellen von dem (im Mikroskop sichtbaren) Blutbild.

Es gibt drei Arten von Blutzellen, die in einem Blutbild untersucht werden:

Blutzellen: Erythrozyt, Thrombozyt, Leukozyt
Blutzellen: Erythrozyt (links), Thrombozyt (mitte), Leukozyt (rechts)

Man unterscheidet drei Arten von Blutbildern:

Alle Werte des großen Blutbildes

Das große Bilutbild enthalt alle Werte des kleinen und des Differentialblutbildes. Zunächst die Werte des kleinen Blutbildes.

Kleines Blutbild

Das Grundgerüst sind die jeweilige Anzahl der drei Blutzellarten - gemessen pro Mikroliter (µl) Blut:

Das Verhältnis der Blutzellen zum Blutplasma wird als Hämatokrit bezeichnet, der als Prozentwert im Blutbefund angegeben wird:

Hämatokrit zu hoch
Hämatokrit zu hoch - Erhöhter Hkt-Wert

Mit den weiteren Werten des kleinen Blutbildes wird untersucht, ob die Erythrozyten intakt sind. Entscheidend ist dabei zunächst der Hämoglobinwert. Mit Hilfe des Hämoglobins wird Sauerstoff aus der Lunge in die Zellen transportiert und Kohlendioxid zurück in die Lunge. Dieser Mechanismus liefert den Zellen Energie - er ist daher für das menschliche Leben fundamental. Der Hb-Wert wird meist in Gramm (g) pro Deziliter (dl) angegeben.

Falls die Hämoglobinkonzentration oder die Anzahl der Erythrozyten auffällig sind (zu hoch oder zu niedrig), gilt es, der Ursache auf die Spur zu kommen. Dazu dienen die drei sog. Erythrozytenindizes:

Meist ist eine Nährstoffmangel die Ursache für eine zu geringe Anzahl von Erytzhrozyten oder eine zu geringe Hämoglobinkonzentration. Um einzugrenzen, ob die Mangelerscheinung akut ist oder ob sich die Blutproduktion schon wieder normalisiert hat, misst man die Anzahl der Retikulozyten im Blut. Retikulozyten sind die jugendlichen, noch unreifen Erythrozyten, die während der Blutbildung etwa 2-3 Tage alt werden, ehe sie sich zu fertigen Erythrozyten entwicklen. Da die Lebensdauer der Erys rund 120 Tag beträgt, kann man am Reti-Wert ablesen, ob sich die Blutarmut (Anämie) noch im Anfangsstadium oder bereits in einem Endstadium befindet.

Video zum Thema "kleines Blutbild"

Das folgende Video fasst die Werte des kleinen Blutbildes noch einmal zusammen:

Differentialblutbild

In einem Differentialblutbild werden die Leukozyten (weiße Blutkörperchen) untersucht. Es handelt sich dabei um eine ärztliche Routineuntersuchung. Das Differentialblutbild wird von einem Fachlabor mit Hilfe einer Blutprobe durchgeführt. Dann erhalten der Arzt und oft auch der Patient eine Liste mit entsprechenden Blutwerten.

Die Leukozyten-Arten unterscheiden sich nicht nur in ihrer Funktion, sondern auch in ihrer Struktur und Form. Mit speziellen Färbetechniken können sie unter dem Lichtmikroskop sichtbar gemacht werden. Sie sind für Entzündungen (z. B. Rheuma) und Eindringlinge jeglicher Art (z. B. Infektionen, Vergiftungen, Pilzbefall) verantwortlich.

Ein Differentialblutbild wird angefordert, wenn ein Arzt solche Symptome erkennt oder wenn Unregelmäßigkeiten in der Anzahl der Leukozyten im kleinen Blutbild auftreten.

Da die fremden oder toxischen Substanzen sehr unterschiedlich sein können, gibt es verschiedene Untergruppen von Leukozyten. Jede Gruppe hat eine ganz bestimmte Aufgabe im Immunsystem. Nach ihrer Bildung werden einige Leukozyten in bestimmte Organe "eingeprägt", d. H. Sie lernen nur vor Ort ihre genaue Funktion. Grob vereinfacht gibt es drei Arten von Leukozyten.

 

Neutrophile Granulozyten, Monozyten, Makrophagen und dendritische Zellen werden auch Fresszellen genannt: Sie umschließen Fremdsubstanzen im Körper ("fressen") und machen sie so unschädlich (sogenannte Phagozytose).

B-Lymphozyten dagegen produzieren nach geeigneter Stimulation spezifisch gegen bestimmte Erreger oder Schadstoffe gerichtete Antikörper. Sie gehören zur sog. spezifischen Körperabwehr.

T-Lymphozyten koordinieren unter anderem spezifische und unspezifische Abwehrkräfte. Leukozyten sind auch an Entzündungen beteiligt. Sie organisieren den Kampf, indem sie Botenstoffe (Mediatoren) wie Zytokine und Leukotriene freisetzen. Leukozyten spielen auch eine wichtige Rolle bei allen Autoimmunkrankheiten (z. B. AIDS).

 

Blutgruppen

Jahrhunderte lang war das Vermischen von Blut (z.B. eine Blut-Transfusion) ein lebensgefährliches Risiko. Manchmal konnte man dem Patienten so helfen, aber in vielen Fällen verstarbe sie qualvoll. Erst im Jahre 1901 brachte Dr. Karl Landsteiner (1868 - 1943) Licht ins Dunkel, als er ein System aus vier verschiedenen Blutgruppen-Arten beschrieben, das sog. AB0-System. Landsteiner erkannte, dass es auf der Oberfläche der Erythrozyten zwei Arten von Proteinen gab, die sog. Antigene. Das umgebende Blutplasma kann zudem zwei Arten von Proteinen enthalten, die sich an die Antigene anlagern können - diese werden Antikörper genannt. Damit Blut nicht verklumpt (sog. Hämagglutination), dürfen Antigene und Antikörper nicht zueinander passen.

AB0-System

Die Verteilung der Blutgruppen in der deutschen Bevölkerung kann man aus folgender Grafik entnehmen:

Blutgruppen-Verteilung in Deutschland
Blutgruppen-Verteilung in Deutschland

Mehr zum Thema Blutgruppen.

Wie viel Blut hat ein Mensch?

Ein erwachsener Mensch mit ca. 80 kg Körpergewicht hat rund 6 Liter Blut im Körper. Mit Größe und Gewicht varriert der Wert entsprechend nach oben oder unten. Die folgende Tablle zeigt, wie viele Erythrozyten ein Mensch hat. Die Blutwerte beim Arzt geben in der Regel die Anzahl pro Mikroliter Blut wieder.

Wie viele Erythrozyten im Blut
Wie viele Erythrozyten im Blut

Fieber: keine Krankheit, sondern ein Symptom

Fieber wird oft falsch eingeschätzt: viele halten die erhöhte Körpertemperatur für eine Krankheit. Fieber ist eine der häufigsten Ursachen für den Arztbesuch, und viele Patienten erwarten, dass sie Medikamente bekommen, mit denen man das Fieber senken kann. 

Fieber-Tabelle
Fieber-Tabelle: welche Körpertemperatur ist welches Fieber
und wann wird Fieber gefährlich? Bildquelle

Dabei ist Fieber keine Krankheit, sondern ein Symptom. Es ist die Folge einer Erkrankung - eine natürlich und sogar sehr nützliche Abwehrreaktion. Wenn man Fieber äußerlich oder durch Medikamente gezielt senkt, entzieht man dem Körper die Abwehrmechanismus zur Bekämpfung von Eindringlingen (Viren, Bakterien oder Pilze). 

Um welche Art von Infektion es sich handelt, kann man häufig auch mit Hilfe des großen Blutbildes erkennen. Denn die verschiedene Leukozyten-Arten haben unterschiedliche Funktionen, und wenn man erkennt, welche Gruppe besonders ansteigt (also verstärkt für die Abwehrreaktion gebildet wird), bietet das Hinweise auf den Erreger.

Auch die Vorstellungen, warum Fieber gefährlich sei, sind oft nicht richtig: So denken viele, dass das Fieber ohne Medikamente immer weiter steigen würde. Dabei ist Fieber eine vom Körper kontrollierte Erhöhung der Temperatur - und diese Steuerung ist so fein und exakt, dass der Körper sehr genau entscheiden kann, bis zu welcher Temperatur das Fieber steigen kann, ohne dass es zu sonstigen Gesundheitsschäden kommt.

Mehr zum Thema Fieber - auch dazu, warum es sich in der Evolution sehr frühr gebildet hat und warum es einen echten Überlebensvorteil bringt, steht in dem umfangreichen Artikel bei Blutwert.net: siehe "Fieber - Ursache und Behandlung, einfach erklärt".

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