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Thrombozyten: Aufbau, Fuktion, Wert

Das Blut enthält neben dem Blutplasma drei wichtige Zellarten. Neben den Erythrozyten, die für den Sauerstofftransport verantwortlich sind, und den Leukozyten, die auf die Abwehr von Fremdkörpern spezialisiert sind (Immunsystem), spielen die Thrombozyten eine wichtige Rolle. Sie sorgen vor allem bei Verletzungen der Blutgefäße für Blutgerinnung.

Thrombozyten (Blutplättchen)
Thrombozyten (Blutplättchen) - zusammen mit Erythrozyten (rote Blutkörperchen)

Die Anzahl der Thrombozyten spielt bei der Blutuntersuchung eine wichtige Rolle. Der Wert im Blutbild nennt die Anzahl der Thrombozyten pro Mikroliter Blut (ein Mikroliter ist ein tausendstel Milliliter - ein Tropfen Blut enthält ca. 20 Mikroliter).

Thrombozyten Normalwert

Bei gesunden Personen gilt eine Thrombozytenanzahl von 150.000 bis 380.000 pro µl Blut als Normalwert.

Tabelle: Anteil der Blutbestandteile auf einen Mikroliter Blut (µl):

  Anzahl pro µl (Mikroliter)
Erythrozyten (rote Blutkörperchen) ca. 4 - 5 Mio
Thrombozyten (Blutplättchen) ca. 150.000 - 380.000
Leukozyten ca. 4.000 - 9.000

Die durchschnittliche Lebensdauer von Thrombozyten beträgt acht bis zwölf Tage.

Der Abbau erfolgt hauptsächlich in der Milz sowie in geringerem Maße in der Lunge und der Leber.

Aufbau und Größe der Thrombozyten

Thrombozyten (auch Blutplättchen genannt) sind Zellen im Blut, die für die Blutgerinnung zuständig sind. Von den drei genannten sind die Thrombozyten mit nur 2-3 µm (Mikrometer) die kleinsten Zellen - die Erythrozyten sind mit circa  7,5 µm etwa drei mal so groß. Thrombozyten besitzen keinen Zellkern und damit auch keine DNA, so dass sie nicht durch Zellteilung entstehen können. Stattdessen werden sie im Knochenmark von sog. Megakaryozyten gebildet. Diese riesigen Zellen gehören mit ca. 150 Mikrometern Durchmesser zu den größten Zellen im menschlichen Organismus. Von den Megakaryozyten werden Stück für Stück kleine "Fetzen" abgetrennt (bis zu 8000 pro Zelle), die dann als Thrombozyten in das Blut gelangen.

Thrombozyten im Blut
Thrombozyten im Blut - Erythrozyten sind ca. 3 x so groß

Aufgabe der Thrombozyten

Thrombozyten (aktiviert)
Thrombozyten (aktiviert)

Wenn ein Blutgefäß bzw. eine Blutbahn verletzt wurde, kommen die Thrombozyten ins Spiel: sie lagern sich an das umliegende Gewebe an und bilden "Klumpen" (Thromben): durch den Zusammenschluss von sehr vielen aktivierten Thrombozyten entsteht ein feinmaschiges Netz, durch das keine Erythrozyten oder Leukozyten entweichen können. Zudem wird Fibrin freigesetzt, eine Art Zellklebstoff, der den Regenerationsprozess der Wunde einleitet. Man bezeichnet diesen Vorgang auch als Thrombozytenaggregation (Aggregation = Zusammenlagerung).


Primäre Erkrankungen (Thrombozyten-Anzahl)

Erkrankungen, die auf einen Mangel an Thrombozyten zurückzuführen sind, nennt man Thrombozytopenien.

Einige weitere seltene Erkrankungen, die mit einem Mangel an Thrombozyten einhergehen, sind:

Verschiedene Medikamente können auf die Thrombozytenzahl einwirken.

Sekundäre Erkrankungen (Thrombozyten-Funktion)

Erkrankungen, die die Funktion der Thrombozyten beeinträchtigen, heißen Thrombozytopathien. Dazu zählen unter anderem:

Wer hat die Thrombozyten entdeckt?

Max Schultze, Entdecker der Thrombozyten
Max Schultze,
Entdecker der Thrombozyten

Der deutsche Anatom und Zoologe Max Johann Sigismund Schultze (1825 - 1874) hat im Jahr 1865 mit Hilfe immer besserer Mikroskope die Thrombozyten entdeckt. Er wurde damit zum Mitbegründer der Zellenlehre (Zytologie).

Daneben entdeckte Schultze übrigens auch noch die verschiedenen Zellarten in der Netzhaut des Auges: er unterschied als erster die Stäbchen und Zapfen.

Weiterführende Links

Thrombozyten
Thrombozyten